Was ein ND-Filter tatsächlich macht

Ein ND-Filter ist eine Sonnenbrille für die Kamera: Er reduziert Licht, ohne die Farbwiedergabe absichtlich zu verändern. ND8 nimmt weniger Licht weg als ND16, ND32 entsprechend mehr. Das Ziel ist meistens, die Verschlusszeit trotz hellem Tageslicht länger halten zu können.

Warum die 180-Grad-Regel nicht blind übernommen werden sollte

Im klassischen Filmlook wird häufig eine Verschlusszeit nahe dem Doppelten der Bildrate angestrebt, beispielsweise ungefähr 1/50 s bei 25 fps. Bei einer körper- oder fahrzeugmontierten Actionkamera kann das zu starkem Motion Blur führen. HyperSmooth benötigt zudem ausreichend scharfe Einzelbilder. Deshalb ist eine etwas kürzere Verschlusszeit in hektischer Bewegung oft der bessere Kompromiss.

Praktische Auswahl

SituationAusgangspunkt
Bewölkt / später Nachmittagoft kein ND oder leichter ND
Heller TagND8 bis ND16 als Testbereich
Sehr hell, Schnee, Wasser, MittagssonneND16 bis ND32 prüfen

Diese Werte sind keine feste Regel. Kontrolliere die Belichtung am konkreten Standort und prüfe kurze Testclips auf Bewegungsunschärfe und Stabilisierung.

Montage und Kompatibilität

Filter müssen zur Kamera beziehungsweise zum eingesetzten Lens Mod passen. Achte außerdem darauf, ob ein Filter nur aufgesteckt oder verriegelt wird. Bei Motorrad, MTB oder Außenmontage darf er sich durch Vibration und Fahrtwind nicht lösen.